Übergewicht bei Hunden
Nach der Kastration besteht sowohl für Rüden als auch Hündinnen ein erhöhtes Risiko zum Übergewicht. Wichtig ist eine objektive Gewichtskontrolle.©Fotolia

Hilfe, mein Hund ist zu dick – doch wer oder was ist daran Schuld? Für eine Kastration bei Hunden sprechen viele gute Gründe. Doch auch über die möglichen negativen Folgen sollte man sich rechtzeitig vor der Entscheidung  informieren.

Die Kastration ist ein beliebtes Diskussionsthema auf Hundewiesen. Meist geht es dabei allerdings um den richtigen Zeitpunkt des Eingriffs und der dabei angewendeten Technik. Viel wichtiger wäre allerdings bei allen Überlegungen auch mögliche unerwünschte Folgen mit einzubeziehen.

Da wären zunächst einmal mögliche Veränderungen im Fellkleid von Hündinnen. Insbesondere Langhaar-Rassen wie der Irish Setter oder Cocker Spaniel, aber auch Mischlinge können aufgrund der hormonellen Umstellung mit der verstärkten Bildung von Unterwolle reagieren und das sogenannte „Welpenfell“ entwickeln. Was bei einem Welpen niedlich und hübsch aussieht, wird von manchen Hundefreunden bei erwachsenen Hunden aber eher als störend empfunden.

Inkontinenz

Ein „heißes Eisen“ ist auch die Inkontinenz der kastrierten Hündin. Dass die Kastration dabei häufig eine ursächliche Rolle spielt, scheint heute als erwiesen. Die Umstellung im Hormonhaushalt dürfte auch hier der Auslöser sein, der zur Schwächung der Muskulatur im Blasenhals und damit zum unbewussten Harnverlust führt. Hat man Pech, tritt dieses Symptom bereits kurz nach der Kastration auf, hat man „Glück“, kommt es zu diesen Problemen erst im hohen Alter. Mittlerweile gibt es allerdings gut wirksame Medikamente, die ein weitgehend beschwerdefreies Leben dennoch ermöglichen.

Übergewicht

Von den Folgen der Kastration gleichermaßen betroffen sind Rüden und Hündinnen im Zusammenhang mit ihrer Neigung zu Übergewicht. Zwar ist es keineswegs so, dass alle Hunde bei gleichbleibender Fütterung nach der Kastration zwangsweise zunehmen. Dennoch sollte man sich des deutlich erhöhten Risikos bewusst sein und ein Auge auf seinen Liebling, und das zweite auf die Anzeige der Waage unter ihm haben. Grund dafür ist, dass mit dem Wegfall der Geschlechtshormone der Stoffwechsel weniger Energiebedarf hat und gleichzeitig die apetithemmende Wirkung  dieser Hormone entfällt.

Gegenmaßnahmen

Regelmäßige Kontrollen auf der Hundewaage stellen eine objektive Beurteilung der Entwicklung sicher, denn allzu oft drücken Besitzer gern ein oder sogar beide Augen solange zu, bis das Problem wahrlich offensichtlich ist. Besonders bei Risikorassen wie Labrador, Spaniel oder Beagle sollte man nach der Kastration auch über eine Umstellung der Fütterung nachdenken, um dem geringeren Energiebedarf zu entsprechen. Und eines scheint im Zusammenhang ganz besonders wichtig: wer rastet, der rostet….und wird dick! Nur ausreichende Bewegung, kann den geringer gewordenen Energiebedarf nach einer Kastration ausgleichen.