Sadie trauert um Besitzer Andy
Sadie und Julia Beaulieu verabschieden sich. Foto: @ Elements Cremation, Pre-Planning & Burial

Auch Hunde trauern

Der Hund wird als der beste Freund des Menschen bezeichnet. Und das nicht umsonst! Wie eng die Mensch-Tier-Beziehung nämlich sein kann, beweist die Geschichte von Sadie und Andy. 13 Jahre verbrachte die Mischlingshündin an der Seite ihres Herrchens, bis dieses kürzlich einer Herzattacke erlag. Daraufhin trauerte Sadie wie ein Mensch – verweigerte Futter, wirkte niedergeschlagen und lethargisch. Erst mit der Beerdigung konnte sie Abschied nehmen.

Mit gerade acht Wochen zog Sadie bei Andy und Julia Beaulieu im kanadischen Abbotsford ein. Dort fühlte sich an der Seite ihrer beiden Besitzer die letzten 13 Jahre über pudelwohl. Dass Andy von einem Herzinfarkt ganz plötzlich aus dem Leben gerissen wurde, ließ die Collie-Dalmatiner-Dame fassungslos zurück. Jeremy May, Geschäftsführer des Bestattungsunternehmens, der Julia und Sadie bis zur Beerdigung begleitete, erinnert sich: „Bevor Andy von den Sanitätern weggebracht wurde, legte sie ihren Kopf in seine Hand und schmiegte sich noch einmal an ihn.“

Hunde trauern wie Menschen

An den folgenden zehn Tagen – an denen sie nicht wie immer mit Andy zur Arbeit gehen konnte – zeigte Sadie zunehmend mehr Symptome der Trauer. Sie verweigerte zu fressen und verlor auf Anhieb fünf Kilo Körpergewicht. Auch Schlaf fand sie kaum – Nacht für Nacht stand Sadie auf, um auf Andys Wagen zu lauschen. „Sie wartete darauf, dass er heimkam“, erinnert sich Julia, Sadies Besitzerin.

Also beschloss sie, dass es auch für Sadie an der Zeit war, sich zu verabschieden. So nahm Julia die Hündin mit zur Beerdigung. Dort ließ sie sie auch einen Blick in den offenen Sarg werfen. Sie hoffte, es würde Sadie gleichermaßen helfen, etwas Abstand zur Trauer zu gewinnen.

„[Im ersten Moment] sah sie beinahe geschockt aus. Sie stand da…und wirkte vom Anblick verwirrt. Dann aber schien sie sich zu entspannen und stand einfach nur da mit mir“, denkt Julia zurück.

Die Erfahrung zeigte Wirkung: Sadie begann wieder zu fressen und kehrt langsam, aber stetig zu einem normalen Alltagsleben zurück. Hunde zu Beerdigungen der Besitzer mitzunehmen, wird immer mehr zur gängigen Praxis, bestätigt auch May. Schließlich sind sie vollwertige Familienmitglieder. Und trauern genauso, wie der Fall von Sadie beweist…