Hund und Baby
Der Hund sollte den zweibeinigen Neuankömmling nur mit positiven Erlebnissen verknüpfen. Foto: pixabay/3194556

Steht die Ankunft eines kleinen Zweibeiners ins Haus, kann das für den geliebten Vierbeiner – bisher die klare Nummer eins im Rudel – schon eine Herausforderung sein. Vor allem für Frauchen und Herrchen alias die Eltern in spe. Eine gute Vorbereitung ist dabei aber schon die halbe Miete.

Wie die aussehen kann? Die erfahrene Hundetrainerin Kristina Ziemer-Falke gibt dazu wertvolle Tipps und Ratschläge.

Schwanger und Hund – na und?! – Teil 1

Tabuzonen für den Hund

Erlauben Sie Ihrem Hund das Kinderzimmer mit Ihnen zu betreten und lassen Sie es ihn erkunden, so wird er feststellen, dass es dort nichts Besonderes gibt. Lassen Sie ihn zum Beispiel beim Wickeln zuschauen, so fühlt er sich nicht ausgeschlossen. Die Anschaffung eines Kindergitters für den Türrahmen ist oftmals sehr hilfreich um Kind und Hund räumlich zu trennen.

Überlegen Sie sich, welche Dinge und Orte für den Hund in Zukunft tabuisiert werden sollen. Zum Beispiel die Babydecke, die Wiege, Tragetasche oder der Wickeltisch. Auch Kinderspielzeug gehört allein aus hygienischen Gründen nicht in eine Hundeschnauze. Letztendlich hängt es von Ihrem Hygienebedürfnis und Ihrem Bauchgefühl ab, was Sie Ihrem Hund zugestehen. Doch auch bei gut sozialisierten Hunden sollte auf jeden Fall klar sein, dass Sie Ihren Hund auch bei allem Vertrauen NIEMALS mit Ihrem Baby oder Kleinkind allein lassen.

Tabuzone für Kleinkinder – Ruheort für den Hund

Richten Sie Ihrem Hund unbedingt eine kinderfreie Zone ein. Wichtig ist, dass er jederzeit Zugang hat, damit er sich aus Stresssituationen, wie zum Beispiel Kindergeschrei, selbständig zurückziehen kann. Damit der Hund auch sicher und ungestört ist, wenn das Baby ins Krabbelalter kommt und die nähere Umgebung erkundet, kann ein Türgitter auch hier eine sinnvolle Investition sein.

Wer versorgt den Hund wenn es losgeht?

Ihre Vorbereitungen sind im vollen Gange und das freudige Ereignis rückt immer näher. Vielleicht haben Sie sich schon überlegt, wer sich um Ihren Hund kümmert, wenn Sie im Krankenhaus sind. Lassen Sie ihn nicht allein, sorgen Sie dafür, dass er gut versorgt wird. Vielleicht haben Sie jemanden, der zu Ihnen nach Hause kommt, so kann Ihre Fellnase in seiner gewohnten Umgebung bleiben. Vielleicht nehmen Freunde oder Bekannte ihn während dieser Zeit zu sich. Eine weitere Möglichkeit wäre ein gewerblicher Hundesitter oder die Unterbringung in einer guten Tierpension. Schauen Sie sich rechtzeitig um und bereiten Sie Ihren Hund sorgfältig darauf vor. Bitte teilen Sie dem „Hundeversorger“ frühzeitig mit, auf was er zu achten hat (Futtergewohnheiten, eventuelle Medikamentengabe, Unverträglichkeiten usw.)

Neuerungen in der Wohnung

Im Laufe Ihrer Schwangerschaft werden Sie sicherlich schon einige Anschaffungen wie Kinderwagen, Maxi-Cosi, Babybett und Wippe gemacht haben. Stellen Sie sie schon im Wohnbereich auf, so hat Ihr Hund die Möglichkeit sich an diese neuen Dinge zu gewöhnen. Auch neue, ungewohnte Gerüche und Geräusche können für feine Hundenasen und -ohren Stress bedeuten. Sie können schon vor Ankunft Ihres Babys den Hund mit neuen Gerüchen vertraut machen, wie zum Beispiel dem Duft einer Babycreme oder dem Geruch von Feuchttüchern.

Das Baby kommt nach Hause

Der große Tag des Kennenlernens ist gekommen und Sie möchten Ihrem Hund ganz stolz das neue Familienmitglied vorstellen. Klären Sie mit Ihrem Partner ab, wie Sie vorgehen möchten und wer welche Aufgabe hat.

  • Betreten Sie die Wohnung und begrüßen Sie Ihren Hund wie immer. Versuchen Sie ganz entspannt zu bleiben, jede Unsicherheit wird sich auf Ihren Vierbeiner übertragen. Wenn nun der Hund seine Nase in Richtung Babytrage hält, lassen Sie ihn. Zeigen Sie ihm das Baby. Ob Sie Ihren Hund vorher sitzen lassen bevor er an dem Baby schnuppern darf, sollten Sie vom Temperament Ihres Hundes abhängig machen. Geben Sie ihm ausreichend Zeit, den Neuzugang zu begutachten. Aus hygienischen Gründen sollte er allerdings nicht das Gesicht abschlecken dürfen.
  • Lassen Sie Ihren Hund auch schnuppern, wenn Sie Ihr Baby auf dem Arm halten, so nimmt er die ersten zaghaften Bewegungen, seine Atmung und vielleicht sogar das erste Geschrei wahr. Für Ihren Hund ist das alles sehr neu, wenn er sich prima verhält hat er sich ein dickes Lob verdient.
  • Ob Sie Ihren Hund dabei anleinen oder nicht ist abhängig von Ihrem Bauchgefühl und dem Charakter Ihres Hundes. Sie sollten immer Zugriff auf ihn haben. Wenn Sie sich nicht sicher sind, wie sich Ihr Hund verhalten wird, legen Sie ihm ein Halsband um und befestigen Sie eine leichte Leine daran. Lässt sich Ihr Hund von Ihrem Partner nicht abrufen, hat er so die Möglichkeit ihn vorsichtig, aber bestimmt von dem Baby wegzunehmen. Das ist auf jeden Fall besser als ihm in das Fell zu greifen, falls der Hund zu stürmisch wird. Das alles ist für Sie und Ihren Hund sehr aufregend.
  • Wenn nun das Baby schläft, ist Hundezeit angesagt. Dann stehen spielen und kuscheln auf dem Programm, so wird der Hund keine Bedrohung in dem Baby sehen.
  • Sie haben nun eine große Hürde geschafft. Wir wünschen Ihnen eine tolle Zeit.

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