Immer mehr Hunde leiden mit zunehmendem Alter unter Arthrosen. Die Ursachen dieser Gelenksveränderung sind jenen bei uns Menschen ähnlich, aber auch die Behandlungen!

Buddy ist ein neun Jahre alter Labrador und bringt einige Kilos zu viel auf die Waage, wie der Tierarzt immer wieder kritisiert. Mittlerweile hat Buddy erhebliche Probleme dabei, nach dem Liegen in die Gänge zu kommen. Das Aufstehen fällt ihm schwer, gerade im Winter. „Eigentlich ein typischer Fall“, konstatiert Günther Haider, Fachtierarzt für Kleintiere und Konsiliarchirurg in Tierarztpraxen in ganz Österreich. „Übergewicht ist einer der häufigsten Faktoren im Zusammenhang mit dem Auftreten von Arthrosen“, so der Experte. In der Tat führen meist mehrere Probleme zu dieser Gelenkserkrankungen. „Grundsätzlich kann jedes Gelenk betroffen sein, wenn der Auf- und Abbau des Gelenksknorpels aus dem Gleichgewicht kommt.“ Die Überbelastung einzelner Gelenke, erblich bedingte Fehlstellungen (zum Beispiel die als HD bekannte Hüftgelenksdysplasie) oder auch der Mangel an bestimmten Nährstoffen können zu so einem Ungleichgewicht führen.

Knie mit Schmerzdarstellung
©Sebastian Kaulitzki / Fotolia

„Die Regeneration der wichtigen Knorpelschicht im Gelenk wird geschädigt und es kommt zur Zubildung von Knochenmaterial im Gelenksspalt. Das ist wie Sand in einem Getriebe“, erklärt Haider. „Oft sind die ersten Zeichen leichtes Hinken, später wird generell Bewegungsunlust und vor allem beschwerliches Aufstehen nach Ruhephasen bemerkt.“ Ein Röntgenbild schafft in diesen Fällen Klarheit und macht ebenso die Ablagerungen sichtbar.

Entzündungszustand

Die Arthrose beschreibt den daraus resultierenden Entzündungszustand, der oft mit erheblichen Schmerzen verbunden ist. „Gewichtsreduktion sowie Schmerz und Entzündungshemmer sind einige der wichtigsten Ansätze in der Therapie. Ebenso können Nahrungsergänzungen, wie Chondroitinsulfat, die Knorpelregeneration unterstützen und damit das Fortschreiten erheblich bremsen“, macht der Tierarzt Hoffnung. „Eine Operation ist nur in jenen Fällen sinnvoll, in denen Gelenksfehlstellungen die Ursache sind oder der Grad der Arthrose keine andere Wahl offen lässt.“