Autofahren mit Hund
Autofahren mit Hund will gelernt sein... Foto: @ Pixabay

Dog on tour – unterwegs mit dem Hund

Für viele Hunde ist das Autofahren kein Problem – einige von ihnen mögen es sogar. Eine Studie aus dem Jahre 2012 ergab beispielsweise, dass zwei Drittel aller Hunde in Deutschland problemlose Mitfahrer darstellen. Das übrige Drittel allerdings mag Autofahrten überhaupt nicht. Typische Verhaltensweisen bei der Angst vor dem Fahren sind panisches Bellen, Verweigerung des Einstiegs oder Erbrechen vor der Fahrt. Schuld daran sind oft schlechte Auto-Erfahrungen. Denn Hunde sind keine geborenen Mitfahrer. Vielmehr müssen sie lernen, dass Autos angenehme Orte sind und sich Autofahrten durchaus bezahlt machen können.

Wenn das Einsteigen ein Problem ist …

Wenn Ihr Hund nicht ins Auto einsteigen will, hat er es entweder nie gelernt oder verbindet damit ein negatives Erlebnis. Sie haben beispielsweise auf Anraten des Züchters und aus Rücksicht auf die Gelenke Ihren Hund sehr lange daran gehindert, zu springen. Vielleicht haben Sie ihn von klein auf hauptsächlich über Hindernisse gehoben? Dann kann er ganz einfach nicht in Ihr Auto springen.

Er weiß eben nicht, wie er es anstellen soll. Hier hilft die schrittweise Annäherung über Treppen oder kleinere Podeste, die den zu überwindenden Höhenunterschied verringern. Verbindet Ihr Hund das Auto allerdings mit etwas Negativem, so müssen Sie für die Autofahrt ein gänzlich neues Ritual aufbauen: Parken Sie ihr Auto zunächst an einer anderen Stelle, decken Sie ihr Auto mit einer Plane ab und benutzen Sie ein anderes Fahrzeug. Oder: Öffnen Sie zunächst nur den Kofferraum und setzen Sie sich mit Leckerlis zu Ihrem Hund hinein, ohne überhaupt loszufahren. 

Hund & Auto
Foto: iStock

Sie können auch ein paar Futterstücke im Innenraum des Autos verstecken und diese von Bello suchen lassen. Beim Aufspüren vergisst er seine Angst vor dem Fahrzeug und lernt, dass dieses keine Gefahr birgt. Diesen Vorgang wiederholen Sie so lange, bis Ihr Hund von selbst und ohne zu zögern hineinspringt. Nach einiger Zeit kann man mit kurzen Fahrten beginnen. Mit der Zeit steigern Sie dann die Fahrtzeiten.

Die Transportbox – ein Ort zum Wohlfühlen 

Viele Hunde sind in Bezug auf die Transportbox vorerst misstrauisch. Zur sicheren Fahrt mit dem Vierbeiner ist diese aber besonders wichtig. Abhilfe können hier wieder Leckerlis schaffen. Lassen Sie diese von Bello vorerst nur aus der Box holen. Zu Beginn sollten die Leckerlis weiter vorne, später weiter hinten platziert werden. So muss Bello schrittweise weiter hineingehen, um seine Belohnung zu bekommen.

Wenn dies problemlos funktioniert, kann er in der Box gefüttert werden. Damit bleibt er wieder ein paar Momente länger darin. Ist auch diese Hürde geschafft, gilt es nun, die Verweilzeit weiter zu steigern. Dazu bekommt der Vierbeiner einen Knochen in die Box gereicht, den er darin kauen darf. Verlässt er mit ihm die Box, wird ihm der Knochen wieder abgenommen – und das Spiel beginnt von vorne. Zögert der Hund nun beim Betreten der Box nicht mehr, kann die Tür probeweise geschlossen werden. Aber auch hierbei gilt: Nur geduldiges und langsames Steigern der Zeit bei geschlossener Tür führt zum Ziel.

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Von Bellen, Unruhe und Übelkeit

Die häufigsten Probleme beim Fahren verursachen Verhaltensweisen wie anhaltendes Bellen, unruhiges oder aufgedrehtes Benehmen oder Übelkeit mitsamt Erbrechen. Sie alle sind aber mit viel Geduld und Training in den Griff zu bekommen.

Wenn Bello ständig bellt, kann das ein Ausdruck der ihm fehlenden Aufmerksamkeit sein. Er versucht also, auf sich aufmerksam zu machen. Schließlich bekommt er tagsüber viel davon – wird gestreichelt, gelobt, angesprochen. Im Straßenverkehr funktioniert das aber nicht. In diesem Fall heißt es, stark sein und das Bellen, Fiepen oder Jaulen ignorieren. Selbst Maßregelungen würden ihn darin bestärken, weiterzumachen.

Hund und Auto müssen aneinander gewöhnt werden

Wird der Vierbeiner vor oder beim Fahren immer unruhiger, kann das ein Zeichen von Aufregung sein. Möglicherweise freut er sich auf das Kommende. Fahren Sie beispielsweise überwiegend mit ihm zu einem Spazierweg oder einer Hundewiese, prägt sich dieses Ziel ins Gedächtnis ein. Und Bello sehnt diese schon vor der Ankunft herbei. In solchen Fällen lohnt es sich, Ausfahrten irgendwohin zu unternehmen, wo nichts passiert. Nach kurzer Fahrt bleiben Sie eine Weile im Auto sitzen und lesen. Sobald sich Bello wieder beruhigt hat, kann die Rückfahrt angetreten werden. Nach wiederholten actionlosen Trainingsausfahrten wird Bellos Freude über den Ausflug nicht mehr überschäumend sein. Allgemein empfiehlt es sich, um solchen Erwartungsaufregungen vorzubeugen, den Hund (als Welpen) möglichst oft im Auto mitzunehmen. Je unterschiedlicher die Destinationen, desto besser.

Kämpft Ihr Vierbeiner auf Fahrten häufig mit Übelkeit, hilft Training meist besser als Medikamente. Oft sind es im Welpenalter angelernte Verhaltensmuster, die noch stark im Gedächtnis verankert sind und Übelkeit bis hin zu Erbrechen triggern. Es empfiehlt sich daher, den Hund anfangs vor geplanten Fahrten nicht zu füttern und mit leerem Magen mitzunehmen. So bekommt man Erbrechen in den Griff. Und auch hier gilt: mit kurzen Fahrten langsam anzufangen, um den empfindlichen Vierbeiner und seinen Magen an das Schaukeln des Wagens zu gewöhnen. Steigerungen machen schließlich den Meister.