Hunde sind empathisch. © Pexels
Amerikanische Studie belegt, wie empathisch Hunde sind. Foto: © Pexels

Bellos Reaktionen auf Herrchens und Frauchens Tränen

Können Hunde die Gefühle ihrer Besitzer erkennen? Oder gar nachfühlen? Manchmal scheint es beinahe so. Eine Studie an der amerikanischen John Hopkins Universität in Baltimore legt nahe, dass enge Bande zwischen Zwei- und Vierbeinern diese für die Gefühle der Besitzer tatsächlich sensibilisieren. Hunde sind eben empfindsame Geschöpfe…

„Jeder Hundebesitzer hat seine eigene Geschichte darüber, wie er nach einem langen Tag tränenringend nach Hause kommt und Bello gleich zur Stelle ist, um ihm tröstend das Gesicht zu lecken. Diese Studie ist gewissermaßen die Wissenschaft hinter solchen Geschehnissen“, sagt Emily Sanford, Studienleiterin an der John Hopkins Universität.

Das Experiment und seine Durchführung

34 Hunde unterschiedlicher Rassen – darunter auch Therapiehunde – testete sie zum Thema Empathie und Empfänglichkeit von Gefühlen. Benannt wurde die Untersuchung nach Leinwand-Heldin Lassie und ihren Fähigkeiten. Die Studie „Timmy’s in the well“ – zu deutsch: „Timmy befindet sich im Brunnen“ – spielt auf Lassies Heldentaten an, jedes Mal aufs Neue ihre Besitzer und andere Notleidende aus Misslagen zu befreien.

Im Rahmen der Untersuchung wurden die Vierbeiner von ihren Besitzern durch eine Glastür getrennt. Zwei- und Vierbeiner konnten sich also sehen, jedoch nicht unmittelbar zu einander gelangen – da war die Magnettür vor, die es zu öffnen galt. Herrchen und Frauchen wurden nun angewiesen, ein Lied zu summen oder Weinen zu simulieren. Egal welche Geräusche die Hunde hörten – viele reagierten. Die Anwesenheit der Besitzer war bei den meisten scheinbar Anreiz genug, die Tür zu öffnen. Dennoch reagierten jene dreimal schneller, deren Zweibeiner zu weinen schienen.

Coolness als Schlüssel für Heldentaten

„Wir entdeckten nicht nur, dass Hunde die Gefühle ihrer Besitzer erspüren können. Sahen sie einen Weg, ihnen zu helfen, überwanden sie dafür sogar Hindernisse …nur um ihnen zu helfen“, so Sanford.

Denn: Nicht alle Hunde konnten ihren Besitzern zu Hilfe eilen. Manchen gelang es nicht, die Tür zu öffnen. Sie schienen vom Elend der Besitzer zu ergriffen, um einen Weg zu ihnen zu finden. Auch die vorgenommenen Herzschlag-Messungen legen einen solchen Schluss nahe: Jene Vierbeiner, die die Türe am schnellsten öffneten, konnten ihre eigenen Stressgefühle weitgehend unterdrücken und zeigten daher größere Entspannungszustände als bei der Basis-Messung. Nur wer einen kühlen Kopf bewahrte, fand auch einen Lösungsweg – so die Conclusio.