Achtung Zecken!

Vor kaum einem Parasiten wird so viel gewarnt wie vor den Zecken. Verdienter Weise, muss man sagen. Ein Zeckenstich kann Hunden tatsächlich gefährlich werden.

Österreich gilt unter Zecken wohl als sehr beliebtes Land mit einer besonders hohen Lebensqualität. Das liegt zum einen sicher am gemäßigten Klima, zum anderen aber auch an den vielen potenziellen Opfern, die sich im Land der Berge und Wanderer ständig auf Wald und Wiesen herumtreiben – wie auf dem Präsentierteller für die Blutsauger, quasi eine Lieferung frei Haus. Mit ein bisschen Glück überleben diese kleinen Tierchen dann auch den Winter und können – wenn sie dieses Kunststück wiederholen – bis zu fünf Jahre alt werden.

Achtung Zecken!
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Der Stich einer Zecke allein wäre für Bello & Co schon lästig genug, wäre da nicht auch noch das Risiko der Übertragung gefährlicher Erkrankungen (siehe Info). Berichte von Hunden, die nach einem Zeckenbiss an Borreliose oder Anaplasmose erkranken, kehren alle Jahre wieder und die Häufigkeit nimmt zu.

Immer der Nase nach

Aber wie erkennen Zecken ihre Opfer, wie wählen sie aus? Mit der Nase, so die banale Antwort. Sie haben aber nicht eine Nase im eigentlichen Sinn, sondern vielmehr handelt es sich dabei um ein Organ (Hallersche Organ) an den Vorderbeinen der Zecken, mit dem sie Duftstoffe erkennen können, wie beispielsweise die Buttersäure im Schweiß oder – bei unseren Hunden wohl relevanter – Kohlendioxid, das beim Ausatmen freigesetzt wird. Interessant dabei ist: Nicht die Menge ist für das unterschiedlich starke Interesse der Zecken an ihren Opfern entscheidend – die Mischung macht´s! Hat die Zecke erst einmal zugestochen, so sollte man vor allem eines machen: Sie so schnell wie möglich entfernen.

Krankheitsübertragung

Die Übertragung der gefährlichen Krankheitserreger erfolgt übrigens nicht unmittelbar nach dem Stich. Zunächst bewirken die Zecken mit ihrem Speichel eine Betäubung, eine Gerinnungshemmung und eine entzündungshemmende Wirkung an der Einstichstelle. Erst mit dem Ansaugen von Blut und dem Rückfluss von Inhaltsstoffen des Blutes, die die Zecke nicht verwerten kann, kommt es zur Übertragung von Krankheitserregern auf das Opfer.

Giftig, aber wirksam

Eine ganze Reihe von Vorsorgepräparaten wird angeboten, kaum ein Hersteller von Tierarzneimitteln kommt an der Produktion eines solchen Mittels vorbei. Egal ob Spray, Tropfen oder Halsbänder – die meisten angebotenen Präparate enthalten Substanzen, die für die Zecken schlicht und einfach giftig sind. Die Wirksamkeit hat aber auch ihren Preis: Vereinzelt kann es zu Nebenwirkungen wie Juckreiz oder Haarausfall kommen.

Bio-Schiene

Natürlich gibt es auch für diesen Anwendungsbereich eine „Bio- Schiene“. Allerdings hält sich der gewünschte Effekt der angebotenen Mittelchen in Grenzen und leider sind die Gerüche schon für uns Menschen meist nur schwer zu ertragen. Wie mag das dann wohl für Flockis Schnauze sein? Man wird also ausprobieren müssen, um die goldene Mitte zu finden – irgendwo zwischen Wirksamkeit und Verträglichkeit.

Info:

Krankheiten, die der Blutsauger übertragen kann:

  • Anaplasmose: Bakterien bewirken Fieberschübe
  • Borreliose: Erreger verursachen schwere Gelenkserkrankungen
  • Babesiose: „Hundemalaria“, Parasiten, die die roten Blutkörperchen zerstören – Häufigkeit nimmt zu
  • FSME: selten, dennoch für abwehrschwache Hunde gefährlich