Auch Hunde leiden unter der feuchten Kälte der Wintermonate – chronische Rückenbeschwerden können die Folge sein. Erfahren Sie, wie Sie Ihren Liebling schützen sollten, und welche Rassen besonders gefährdet sind.

Nicht nur für uns Menschen sind die feuchten, nebligen und kalten Monate eine Herausforderung für das Immunsystem, auch Hunde leiden oft unter diesem Wetter. Genauer gesagt: die Hunde-Rücken. „Vor allem Rassen, die ein kurzes Fell besitzen oder keine Unterwolle ansetzen, sollten im Herbst/ Winter gegen die feuchte Kälte geschützt werden. Geschweige denn Hunde, die bereits an Rückenproblemen leiden“, betont Univ. Prof. Doz. Dr. Norbert Kopf, Leiter und Inhaber der Kleintierklinik Breitensee, Wien. „Optimal sind wasser- und windfeste Rückendecken“.

Wichtig ist hier vor allem die Funktionalität und Qualität, den Kauf von Decken und Mänteln sollte man nicht aufgrund von herzigen Muster oder Strasssteinchen tätigen. „In der Regel reicht es, wenn nur der Rücken vollständig geschützt ist. Anders ist es allerdings bei sehr kleinen Hunden, wie etwa Chihuahua, Zwergpinscher oder Prager Rattler: diese Rassen benötigen einen Mantel, der fast den ganzen Körper bedeckt. Denn durch ihre geringe Masse neigen sie sehr schnell dazu, auszukühlen und in Untertemperatur zu kommen. Dann ist die nächste Infektionskrankheit natürlich vorprogrammiert.“

Rhodesian Ridgeback zeigt den Rücken
Foto: Fotolia

Prinzipiell ist das Eindecken von Hunden aber keine Frage der Größe. Kopf: „Es kommt vielmehr auf Körper- und Fellbeschaffenheit an. Ein Windhund z. B. ist ein großer Hund, aber durch seine Schlankheit und sein kurzes Fell extrem kälteempfindlich. Genauso wie ein Whippet, so mancher Dobermann, Ridgeback oder Deutscher Pinscher.“ Auch wenn ein Dobermann im Mäntelchen vielleicht etwas schief angesehen wird, die Gesundheit des Hundes sollte stets an erster Stelle stehen. „Man bemerkt durch das Zittern der Hunde oh- nehin sofort, wann es ihnen kalt wird. Dann muss man handeln“, so Kopf. „Aber natürlich gibt es Rassen, die diesbezüglich überhaupt nicht empfindlich sind. Bei einem Chow-Chow oder einem Husky kann man sich den Mantel auf jeden Fall sparen.“

Wärme als Linderung

Solange die Hunde in Bewegung sind, ist die Gefahr der Rücken-Erkrankungen kaum gegeben. Problematisch wird es erst, wenn Hunde stundenlang im Freien sind, dabei nicht immer laufen oder gar in der Kälte liegen bzw. sitzen. „Wenn man das Gefühl hat, der Hunderücken könnte gelitten haben oder es machen sich bereits erste Symptome einer schmerzhaften Entzündung bemerkbar, sollte man sofort wärmebehandeln. Punktuell kann man eine Wärmflasche einsetzen, flächendeckend am besten Wärmelampen bzw. Infrarotlicht. Bei letzterem muss man aber unbedingt darauf achten, dass die Augen des Hundes geschützt werden und die vorgeschriebene Distanz eingehalten wird.“ Am Markt gibt es mittlerweile auch mittels Batterie beheizte Hundemäntel, die den Hund stundenlang wärmen.

Schmerzhaftes Rheuma

Was können nun aber die Folgen sein? „Allen voran stehen rheumatische Beschwerden“, erklärt Kopf. „Vor allem ältere Hunde leiden oft an Spondylarthrose. Diese Erkrankung ist bei feuchtem und kaltem Wetter meist noch stärker zu spüren.“ Eine weitere Rückenproblematik sind Bandscheibenvorfälle: „Diese kündigen sich oft mit diffusen Rückenschmerzen an. Der Halsbereich der Hunde versteift sich, sie können ihren Kopf kaum mehr bewegen.“ Bei Dackel, Havaneser oder Malteser etwa, erkenne man sogar einen gekrümmten Rücken. Solche Erkrankungen sind nur mit Medikamenten und Physiotherapie bzw. in schweren Fällen sogar nur mit Operationen in den Griff zu bekommen.