Sie sind zum Greifen nah. Die ersten wärmenden Sonnenstrahlen. Hinaus geht es in den Garten, wo sich aber nicht nur der zweibeinige Hobbygärtner gern zu schaffen macht. Markieren ist eine Sache. Fressen eine andere. Denn da kann so manches schön ausschauende Pflänzchen für unsere Hunde zur großen Gefahr werden.

Geht es ans Bepflanzen, ist gerade vom Hundemensch nicht nur gärtnerisches Know-How gefragt. Sein grüner Daumen sollte in erster Linie auf einem Händchen für die richtigen Pflanzen sitzen.

Garten - aber bitte ohne Giftpflanzen
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Und mit richtig ist hier vor allem „für den Vierbeinigen Liebling ungiftig“ gemeint. Denn was schön aussieht, wie etwa Maiglöckchen oder der beliebte Rhododendron (siehe unten – ein Auszug an beliebten Garten- und Zimmerpflanzen) birgt oft große Gefahren in sich.

Aktivkohle macht Sinn

Was tun, wenn der Vierbeiner nun doch etwas erwischt hat? „Im Allgemeinen kann man sagen, wenn man sich unsicher ist, ob die vom Hund aufgenommene Pflanze giftig ist oder nicht, dass es immer besser ist, sicherheitshalber  zum Tierarzt zu fahren“, rät Pia Kallinger von „Deine Tierklinik“ in Kemeten.  „Dieser hat  innerhalb von 30 bis 60 Minuten die Möglichkeit, den Hund erbrechen zu lassen und somit die Giftmenge stark zu reduzieren. Milch oder ähnliche Hausmittelchen sollte der Besitzer nicht eigenständig geben, da damit die Aufnahme des Giftes vom Körper oftmals sogar noch angeregt wird“. Was man aber „prinzipiell in den meisten Fällen“ geben könne, sei „Aktivkohle oder Tierkohle, wie sie auch oft genannt wird“, empfiehlt die Tierärztin, „da sie Giftstoffe an sich bindet und somit beim Ausscheiden dieser eine Aufnahme im Magen-Darmtrakt stark reduziert“.

Häufige Giftpflanzen:

Adonisröschen: Die Pflanze enthält Herzglycoside und ist in ihrer Wirkung der des Roten Fingerhutes sehr ähnlich. Eine Vergiftung zeigt sich in Erbrechen und blutigem Durchfall. Die Hunde sind benommen und taumeln, es kommt zu Herzrhythmusstörungen und bei entsprechend starker Vergiftung zum Herzstillstand.

Aloe Vera: Bei uns Menschen als Heilpflanze geschätzt, kann sie bei Hunden Verdauungsstörungen wie etwa Durchfall auslösen.

Alpenrose: Die Rostblättrige Alpenrose enthält Acetylandromedol. Vergiftungserscheinungen sind Erbrechen, Speichelfluss, Reizungen und Schmerzen von Magen und Darm, Durchfall und niedriger Puls. Die Herztätigkeit verlangsamt sich. Es folgen Lähmungserscheinungen, die Tiere zittern und haben Krämpfe. Die Atmung verlangsamt sich, bis der Tod durch Atemlähmung eintreten kann.

Alpenveilchen: Die beliebte Topfpflanze enthält vor allem in der Knolle Triterpensponine, unter anderem das Cyclamin. Bereits 0,2 g der Knolle können erste Vergiftungserscheinungen auslösen und 8 g gelten als tödliche Dosis. Die Symptome sind Übelkeit und Erbrechen, Schweißausbrüche sowie starke Magenbeschwerden mit Durchfällen. Es kann zu Kreislaufstörungen und bei tödlichen Dosen zu Atemlähmung kommen. Der Saft wirkt auch äußerlich entzündlich auf die Haut und auf die Augen.

Azalee, Rhododendron, Heidekrautgewächse: Azaleen enthalten, wie auch die freiwachsenden Rhododendronarten, Acetylandromedol. Vergiftungssymptome sind Erbrechen, Speichelfluss, Durchfall, Zittern, Krämpfe, schwacher Puls und langsamer, angestrengtes Atmen. Die Pflanzen können bei Hunden auch Depressionen auslösen.

Besenginster: Besenginster enthält das Alkaloid Spartein, der Wirkstoff befindet sich vorwiegend in Samen und Blättern und gilt als stark giftig. Vergiftungserscheinungen sind Übelkeit, erhöhter Speichelfluß, Erbrechen und Durchfall, Unruhe, Erregung, Lähmungen, Verstopfungen bis zu Darmverschluss  und Bewusstlosigkeit.

Blauer Eisenhut: Der Eisenhut gilt als die giftigste Pflanze Europas. Er enthält vorwiegend in den Knollen, aber auch sonst in der ganzen Pflanze das stark wirksame Alkaloid Aconitin. Vergiftungssymptome sind Speichelfluss, Pupillenvergrößerung, Erregungen, Unruhe, Durchfälle, Krämpfe, erhöhte Körpertemperatur,  Herzrhythmusstörungen und aufsteigende Lähmung mit Lähmung der Gesichtsmuskeln und der Zunge. Der Tod tritt unter starken Schmerzen durch Atemlähmung oder Versagen des Kreislaufes ein, wobei die tödliche Dosis beim Hund 5g der getrockneten Wurzel ist.

Dieffenbachie: Die Zimmerpflanze kann für Hunde tödlich sein. Wirkstoffe sind Glycoside, Alkaloide und Saponine sowie Calciumoxalat-Nadeln. Beim Berühren der Pflanze öffnen sich Schießzellen, die die Nadeln und andere Giftstoffe herausschießen und somit zu Verletzungen der Haut und des Auges führen können. Eine Vergiftung zeigt sich in einer starken Reizung des Mauls, von Magen, Darm und Hals. Die Hunde haben Schluckbeschwerden, Atemnot, Stimmverlust und mitunter auch blutigen Durchfall.

Efeu: Vor allem das Fruchtfleisch der Beeren enthält giftige Saponine (Hederin). Die Symptome sind Erbrechen, Durchfall, Erregung und Krämpfe.

Eibe: Die Nadeln und Samen enthalten das herzwirksame Alkaloid Taxin, der rote Samenmantel ist giftfrei. Die Eibe ist für Hunde tödlich giftig. Vergiftungserscheinungen sind Speichelfluss, Schaum vor dem Maul, starke Entzündung von Magen und Darm, Krämpfe, Durchfall oder auch Verstopfung, eventuell Blasenentzündung verbunden mit zuerst starkem, später vermindertem Harndrang, Taumeln, Herz- und Kreislaufkollaps und Atemlähmung.

Engelstrompete: Die Pflanzen enthalten (S)-Hyoscyamin und junge Pflanzen auch geringe Mengen Scopolamin. Das Atropin kommt in Stechapfel und Tollkirsche vor und ist eine Mischung aus (S)-Hyoscyamin und (R)-Hyoscyamin. Die Vergiftungserscheinungen sind denen der Tollkirsche sehr ähnlich.

Ficus: Er enthält im Milchsaft Harz, Kautschuk, Furocumarine und flavonoide Verbindungen. Eine Vergiftung zeigt sich in Erbrechen, Durchfall und Schleimhautreizungen.

Fingerhut: Vor allem in den Blättern enthält er die hochgiftigen Digitalisglycoside. Eine Vergiftung zeigt sich in Erbrechen, blutigem Durchfall, Benommenheit, Herzrhythmusstörungen und bei entsprechend starker Vergiftung Herzstillstand. Für Hunde sind 5 g bereits tödlich.

Hyazinthen: Die Pflanze enthält Calciumoxalat und andere Scharfstoffe. Die Giftstoffe wirken schleimhautreizend, es kommt zu Schluckbeschwerden, Speichelfluss, Durchfällen, Erbrechen und Magen-Darmbeschwerden.

Maiglöckchen: Die giftigen Inhaltsstoffe ähneln denen des Roten Fingerhutes. Es handelt sich um herzwirksame Glycoside, der Hauptwirkstoff ist das Convallatoxin. Die Giftstoffe sind in allen Teilen der Pflanze enthalten. Hunde leiden im Fall einer Vergiftung unter Magen-Darmbeschwerden mit Durchfall, Teilnahmslosigkeit, unter Krämpfen und Verlangsamung des Herzschlages.

Narzisse (Osterglocke): Die gesamte Pflanze, vorwiegend aber die Zwiebel enthalten verschiedene Alkaloide, unter anderem das Lycorin. Auch das Blumenwasser ist giftig. Vergiftungssymptome sind Magen- und Darmbeschwerden, Übelkeit, Durchfall, Krämpfe, Zittern sowie Herzrhythmusstörungen. Bei Hunden können bereits 15 g der frischen Zwiebel zum Tod führen.

Ritterstern: Die Pflanze ist stark giftig und enthält vorwiegend in der Zwiebel, aber auch sonst in der ganzen Pflanze verschiedene Alkaloide, Hauptwirkstoff ist das Lycorin. Vergiftungserscheinungen sind Übelkeit und Erbrechen, starker Schweißausbruch, erhöhter Speichelfluss, Benommenheit und Durchfall. Es kann auch zur Schädigung der Nieren sowie zu Lähmungen kommen. Auch Hautreizungen und Herzrhythmusstörungen sind möglich.

Stechapfel: Die Pflanze enthält die Alkaloide Atropin, (S)-Hyoscyamin und junge Pflanzen auch geringe Mengen Scopolamin. Das Atropin kommt in Stechapfel und Tollkirsche vor und ist eine Mischung aus (S)-Hyoscyamin und (R)-Hyoscyamin. Die Vergiftungserscheinungen sind auch denen der Tollkirsche sehr ähnlich.

Thuja: Alle drei Arten gelten als giftig und enthalten vorwiegend in den Spitzen der Zweige ätherische Öle und das Thujon. Vergiftungssymptome sind Magen- und Darmbeschwerden, Krämpfe, Veränderung von Leber und Nieren, verbunden mit erhöhtem Harnvolumen aber geringer Harnausscheidung.

Tollkirsche: Die Pflanze enthält die Alkaloide Atropin, (S)-Hyoscyamin und Scopolamin. Der Giftgehalt der Tollkirsche ist je nach Standort stark verschieden. Vergiftungssymptome sind trockene Schleimhäute, Schluckbeschwerden, Durst, erweiterte Pupillen, Erregung, Sehstörungen, Verstopfung, erhöhte Pulsfrequenz und Atmung, Herzklopfen und Anstieg der Körpertemperatur. Im Falle einer starken Vergiftung kommt es zu  Störungen im  Bewegungsablauf, zu Tobsuchtsanfällen und letztlich zum Tod durch Atemlähmung.

Tulpen: Vor allem Zwiebel und Spross enthalten Tulipanin. Eine Vergiftung verläuft mit Speichelfluss, Erbrechen, Magen-Darmbeschwerden und Durchfall.

Quelle: www.botanikus.de