Hundetraining, Hundetrainer
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Hunde sind Familienmitglieder. Als solche müssen sie sich auch benehmen. Dafür sorgt der Hundetrainer.

Die Beziehung des Menschen zum Hund hat sich im Laufe der Zeit stark verändert. Waren früher eher praktische Überlegungen ein Grund dafür, sich einen Vierbeiner anzuschaffen, zählen heute meist andere Motive. Immer weniger Hunde haben die verantwortungsvolle Aufgabe, Haus und Hof zu behüten – was jedoch nicht heißen soll, dass der Vierbeiner von heute es leichter hätte. Ganz im Gegenteil: Er soll Freund, Familienmitglied, Therapeut und Gefährte sein. Er begleitet seine Besitzer bei Verwandtenbesuchen, Urlauben und sogar bei Shoppingtouren. Umso wichtiger ist daher heutzutage, dass Hunde gutes Benehmen an den Tag legen können.

Gute Sitten

Genau hier kommt der Hundetrainer ins Spiel: Er bildet Hunde in den verschiedensten Lebensstadien und für unterschiedliche Zwecke aus. Von Welpenkursen über Gehorsamkeitsausbildung oder Sport (z. B. Agility) bis hin zur Ausbildung für bestimmte Aufgaben, wie zum Begleit- oder Rettungshund, reicht das Spektrum des Hundetrainers. Eine Sonderform sind die Einsatzhunde der Exekutive (z. B. Drogenhunde) oder des Bundesheers (Wachhunde), die eine Spezialausbildung durchlaufen. An den „normalen“ Hundetrainer werden einige Anforderungen gestellt: Erfahrung und Gespür für den Umgang mit den Tieren sowie Bereitschaft zur Kreativität im Umgang mit ihnen, weil jeder Hund anders ist und auf andere Anreize anspricht. Wetterfestigkeit und körperliche Robustheit sind gefragt, vor allem aber eines, wie uns eine erfahrene Ausbildnerin verrät: „Auch eine gewisse Kommunikationsfähigkeit mit Menschen ist wichtig Schließlich bildet man ein Mensch-Tier- Team aus. Da reicht es nicht, nur mit dem Hund zu können.“

Steigender Bedarf

Der Traumjob Hundetrainer hat es also in sich. Der Bedarf ist steigend, wie Sigrun Schwaiger, Berufsgruppensprecherin der Tiertrainer in der Wirtschaftskammer Wien bestätigt: „Die Anzahl der Hunde steigt und in seiner Rolle als Teil der Familie wächst auch der Bedarf nach Ausbildung.“

Neben der beruflichen Flexibilität muss man auch eine gewisse Risikofreudigkeit mitbringen. Der Großteil der Hundetrainer arbeitet auf selbstständiger Basis und wird von Hundeschulen meist nur für bestimmte Kurse gebucht. Fixanstellungen gibt es fast nur im öffentlichen Dienst oder bei Tierheimen.

Ausbildung

Die Ausbildung zum Hundetrainer unterliegt keiner fixen Regelung. Seit 1. April 2012 ist die neue Hundeausbildungsverordnung in Kraft. In ihr werden erstmals Richtlinien zur Erlangung des Gütesiegels „Tierschutzqualifizierter Hundetrainer/ trainerin“ festgesetzt (siehe Infobox). Dieses Gütesiegel ist zwar keine Verpflichtung, bietet aber zumindest eine gewisse Orientierung für Hundebesitzer.

Info:

Für das Gütesiegel „Tierschutzqualifizierter Hundetrainer“ muss man praktische Erfahrung nachweisen, eine kommissionelle Prüfung zu verschiedenen Themen (Erziehungsmethoden, Hundeverhalten, artgerechte Haltung, Zucht, medizinische Grundlagen, Mensch-Tier- Beziehung, u. a.) ablegen sowie Weiterbildungen absolvieren. Die ersten Prüfungen werden voraussichtlich im Herbst 2012 absolviert werden. Trainer, die das Gütesiegel tragen, sind darüber hinaus zur Fortbildung verpflichtet. Diese müssen sie in regelmäßigen Abständen nachweisen. Sollten sie diesen Nachweis schuldig
bleiben, droht der Entzug des Gütesiegels.