Sie werden unruhig, grantig, hören scheinbar nur mehr das, was sie hören wollen. Da ist Verständnis gefragt – denn Demenz kann auch unsere Vierbeiner treffen.

Man ruft und ruft, aber Bello will nicht daherkommen. Zumindest nicht, bevor es ihm scheinbar selbst zeitlich gut passt. „Er will nicht mehr hören“ oder „er wird immer sturer“, verzweifeln dann oft Frauchen und Herrchen am vermeintlichen Eigenwillen des schon etwas betagteren vierbeinigen Familienmitglied – das aber vermutlich gar nicht anders kann, weil es unter Demenz leidet.

Demenz bei Hunden
Demente Hunde wirken oft desorientiert und verlieren das Interesse an ihrer Umwelt. Foto: pixabay

„Diese tritt auch bei Tieren im zunehmenden Alter auf”, erklärt Tierarzt Thilo von Klopmann von der Tierklinik in Hofheim, Deutschland, der Südwest Presse. Je nach Rasse und Größe könnten sich beim Hund schon im Alter von acht Jahren die ersten Symptome zeigen. Bei über 15-jährigen würde sogar die Hälfte entsprechende Anzeichen zeigen. Wobei es viele Parallelen zur Demenz bei Menschen geben soll.

Plaque-Ablagerungen im Gehirn spielen ähnlich wie bei Alzheimerpatienten eine Rolle. Erkrankte Hunde wirken desorientiert, erkennen zum Beispiel gewohnte Wege oder vertraute Menschen nicht mehr wieder. Auch der Lebensrhythmus könne sich verändern. Abends und nachts wandern die Vierbeiner dann mitunter ruhelos umher, bellen vielleicht auch vermehrt, sind nicht mehr ganz so stubenrein und haben weniger Appetit. Da ist seitens Frauchens oder Herrchens viel Verständnis und natürlich Zuneigung gefragt.

Diagnose schwierig

Zwar können diese Anzeichen auch Symptome anderer Krankheiten oder schlicht normale Alterserscheinungen sein. “Es ist letztlich eine Ausschlussdiagnostik”, sagt von Klopmann. Eine entsprechende Diagnose zu stellen, sei aber auch für den Tierarzt schwierig. Eine Untersuchung des Gehirns mittels einer Magnet-Resonanz-Tomografie (MRT) könne aber Hinweise auf eine mögliche Erkrankung geben, die bei Tieren allerdings noch nicht gut erforscht ist. Hunde und Katzen werden auch immer älter, weshalb diese Krankheit nun auch immer mehr Rolle spielt. Zwar gab es schon vor 60 Jahren die erste Veröffentlichung über Demenz bei Hunden, im Fokus steht diese Erkrankung jedoch erst seit etwa zehn Jahren. Studien und Impfstoffe sollen die Krankheit langfristig bekämpfen.