Das große Hunde-ABC

Hundelexikon – alles rund ums Thema Hund

Die Themenwelt rund um den Hund ist bunt und voller Fachbegriffe. Wer bei Wörtern wie Maske oder Kynologie in Zukunft also nicht mehr an Fasching oder eine Klinikabteilung denken will, ist hier genau richtig. In unserem Glossar stellen wir die wichtigsten Schlagwörter vor – für Frauchen, Herrchen, Interessierte und Hundefreunde.

Hundeglossar

A

Ableinen: Hund von der Leine nehmen.

Abzahnen: Bezeichnet den Zahnwechsel des Junghundes, der zwischen dem vierten und siebenten Monat passiert. In dieser Phase sollte auf besonders kalkhaltige Nahrung geachtet werden. 

Afterkralle (auch: Afterzehe, Wolfskralle): Hier handelt es sich um die hinterste Kralle an der Innenseite der Hinterläufe, die beim Laufen nicht den Boden berührt. Sie ist ein gewolltes Rassemerkmal und kein Überbleibsel aus Wolfszeiten. Wölfe besaßen diese Art der Kralle gar nicht.

Afterzehe: Siehe Afterkralle.

Agility: eine moderne Hundesportart, die im Wesentlichen dem Springreitsport ähnlich ist. 

Apportieren: Das Bringen von Gegenständen.

B

BARF: Biologisch artgerechtes rohes Futter.

Beißhemmung: Bei dem Training der Beißhemmung lernt der Hund, seine Beißkraft einzuschätzen. „Gute Beißhemmung“ heißt nicht, dass der Hund nie schnappt, zwickt oder beißt. Es heißt viel mehr: Sollte er beißen, richtet der gehemmte Biss wenig bis keinen Schaden an. 

Beschwichtigungssignale, Calming Signals (auch Deeskalationssignale genannt): Ein essentieller Bestandteil der Hundesprache. Sie werden eingesetzt, um Aggressionen zu stoppen oder um Konflikte gar nicht erst aufkommen zu lassen.

Bravecto: Eine Tablette gegen Zecken und Flöhe.

C

Calming Signals: Siehe Beschwichtigungssignale.

Capturing, Verhalten „einfangen“: Ganze Verhaltensweisen, die der Hund von sich aus zeigt, werden positiv verstärkt und bei Bedarf unter Signalkontrolle gebracht. 

Chip: Ein Microchip, der dem Hund am Hals unter die Haut implantiert wird. Darauf befindet sich ein Zahlencode, der mit einem Lesegerät erkennbar wird und anhand dessen ein Hund eindeutig identifiziert werden kann. 

Clicker: eine Art Knackfrosch aus Plastik und Metall, mit dem ein Klick-Klack Geräusch erzeugt werden kann. Dieser wird oft als Markersignal im Training verwendet. 

D

Decken: sich paaren, 

Deckhaar: Der Hauptteil des Hundefells, der die Farbe bestimmt. Es ist länger und dicker als das Unterfell, das besonders weich und dicht ist.

Deeskalationssignale: Siehe Beschwichtigungssignale.

Domestikation: beschreibt den Prozess der Haustierwerdung. 

Dysplasie: Eine Fehlbildung oder -entwicklung, wie z.B. der Hüftgelenkspfanne bei der Hüftgelenksdysplasie. 

E

Ellbogendysplasie: Siehe ED.

ED, Ellbogendysplasie, Ellbogengelenksdysplasie: Erkrankung des Ellbogengelenkes.

F

Fahne: So heißen die längeren Haare an der Rute bzw. dem Schwanz des Hundes.

Fang: Bezeichnet die Schnauze. Dazu zählen die Kieferpartien, die Lefzen und das Gebiss.

FCI: Die Fédération Cynologique Internationale ist der weltweit größte kynologische Verein bzw. Dachverband aller nationalen kynologischen Dachverbände. Er erstellt Rassestandards, bildet Richter aus, erstellt Ahnentafeln und fördert Initiativen zur Hundegesundheit, Mensch-Hund-Beziehung sowie zum Tierwohl. 

Flanke: Bedeutet die Körperseite bzw. seitliche Bauchgegend beim Hund zwischen der letzten Rippe und der Hüfte.

Flexi-Leine: Ausziehleine.

Formen: siehe Shaping.

Fuß-Gehen: Der Hund wird meist rechts eng am Bein des Menschen geführt und hält Blickkontakt zu diesem. Schnüffeln und markieren ist hier nicht erlaubt. Im Gegensatz zur Leinenführigkeit ist dies kein alltagstaugliches Kommando und sollte beim Spaziergang nur für sehr kurze Strecken genutzt werden. 

G

Generalisierung: die Übertragung einer erlernten Reaktion auf einen anderen ähnlichen Reiz. Vereinfacht ausgedrückt bedeutet dies, dass der Hund ein erlerntes Verhalten immer und überall zuverlässig zeigen kann.

Gestromt: Die Stromung bezeichnet die Fellzeichnung mit dunklen durchbrochenen Längsstreifen auf hellerem Grundton. Oft bei Doggen oder Boxern zu beobachten.

Grasmilbe: An den Enden von Halmen lauernder Parasit, der im Hund einen Wirten sieht. Wenn der Hund sich übermäßig kratzt, schüttelt oder wälzt, sollte vom Tierarzt auf Milben getestet werden.

H

HD, Hüftdysplasie, Hüftgelenksdysplasie: eine Fehlbildung der Hüftgelenkspfanne. Der Oberschenkelkopf und die Hüftpfanne passen nicht richtig aufeinander. Besonders häufig betroffene Rassen z.B.: Labrador, Golden Retriever, Deutscher Schäferhund.

Hüftdysplasie: Siehe HD.

I

Impulskontrolle: Selbstbeherrschung, die bewusste Kontrolle über die eigenen Handlungen.

J

Jacobsonsches Organ: Geruchsorgan beim Hund. Ein kleiner Kanal beginnt hinter den Schneidezähnen im Gaumen und verläuft auf dem Boden der Nase. Auch hier befinden sich Riechzellen. Diese sind direkt mit dem Riechhirn und dem limbischen System verbunden. Wenn das Organ vom Hund benutzt wird, kann man Zähneklappern, Geräusche und Speichelspuren aus dem Maul beobachten.

Junghund: Bezeichnung eines Hundes nach der Welpenzeit (bis zur 16. oder 18. Lebenswoche) bis zum Alter von 18 Monaten.

K

Karpalballen: Hinterste unbehaarte Hautpartie an der Vorderpfote. 

Klassische Konditionierung: auch Pawlow’sche Konditionierung, nach Iwan Pawlow benannt. Eine Form des Lernens, bei der zwei Reize wiederholt miteinander gepaart werden.

Körung: Begutachtung des Hundes hinsichtlich der Eignung für die Zucht.

L

Lachen: Mimischer Ausdruck von Wohlbehagen, der oft in Spielstimmung aufkommt. Die Mundwinkel werden dabei nach hinten oben gezogen, sodass der Eindruck eines Lächelns entsteht. Besonders bekannt dafür ist der Dalmatiner. 

Läufigkeit: Brunstphase des Sexualzyklus bei Hündinnen, für gewöhnlich 2x jährlich

Lefzen: Bezeichnet die Oberlippen. Ihre Stellung sagt auch einiges über die Stimmungslage des Hundes aus.

Leinenführigkeit: Das Gehen an nicht gespannter, lockerer Leine. Dabei darf und soll der Hund den Leinenradius ausnutzen, schnüffeln und sein Geschäft erledigen, im Gegensatz zum “Fuß-Gehen”.

Löschungstrotz: Der Hund zeigt eine Verhaltensweise plötzlich mit großer Heftigkeit. 

M

Markertraining: Training mit einem Markersignal. 

Markersignal: Das Markersignal bedeutet für den Hund: „Das was du gerade getan hast, war richtig und deine Belohnung kommt sofort“. Als Marker kann sowohl ein Clicker, eine Pfeife, ein Wort oder jegliches anderes Geräusch verwendet werden. 

Maske: Dunkler gefärbter Schnauzen- oder Gesichtsbereich. Typischerweise beim Boxer oder Mops auftretend.

Merle: Spezielle Färbung oder Scheckung des Hundefells, bei dem dunkle(re), gefranst wirkende Flecken auf hellerer Grundfarbe stehen. Sie kommt bei Rassen wie dem Australian Shepherd, Border Collie oder Cardigan Welsh Corgi regelmäßig vor.

N

Nasenschwamm: Der haarlose Vorderteil der Hundenase. 

O

Ohren: Wichtiges Sinnesorgan und Stimmungsbarometer beim Hund

ÖKV: Der österreichische Kynologenverband wurde 1909 gegründet und bildet den Dachverband von etwa 100 österreichischen Einzelverbänden sowie 500 angeschlossenen Vereinen. Er untersteht dem FCI und beschäftigt sich mit Tätigkeiten rund um die Themen Zucht, Haltung, Erziehung, Ausbildung, Prüfung und Ausstellung von Hunden. 

P

Patella Luxation: Patella = Kniescheibe. Verletzung des Kniegelenks, vor allem kleine Rassen sind davon betroffen. Typisches Symptom: dreibeiniger, hüpfender Gang.

Prägung, Prägungsphase: Zeit zwischen der vierten und achten Lebenswoche. Alle Erfahrungen, die der Welpe in dieser Phase macht, wird er nicht mehr vergessen.

Q/R

Reizüberflutung, flooding: Lang andauernde Konfrontation mit Problemsituationen, ohne jegliche Möglichkeit, diese zu vermeiden oder zu flüchten. 

Rüde: männlicher Hund.

Rute: So nennt man den Schwanz des Hundes. Auch daran lassen sich Emotionen und Stimmungen erkennen. Ist er eingezogen, signalisiert das Tier Angst. Schwanzwedeln hingegen lässt auf Erregung (Freude oder Angriffslust) schließen.

S

Schleppleine: lange Leine.
 
Shaping (Formen): Das zu lernende Verhalten wird in kleine Schritte zerlegt. Jeder dieser Schritte wird einzeln trainiert und die Anforderungen werden langsam gesteigert. 
 
Sozialisierung: soziale Interaktion mit Lebewesen. Eine gute Sozialisierung ist v. a. in der Welpenzeit wichtig, um den Hund auf das restliche Leben vorzubereiten. 
 
Stop (Anatomie): Der Stop bezeichnet den Übergang von der Nasenwurzel zur Schädeldecke. Er befindet sich zumeist in Augenhöhe.

T

Tarnkappenbelohnung, (bootleg reinforcement): vom Menschen unbeabsichtigte und oft auch ungewollte Belohnung, z.B. Aufmerksamkeit für das Anspringen von Menschen. 

U

Übersprungshandlung: Verhaltensweisen, die auftreten, wenn ein Tier sich im Konflikt darüber befindet, wie es auf eine bestimmte Situation reagieren soll.

Unterwolle: Das Fell unter dem Deckhaar, das aus viel feineren Haaren besteht.

V

W

Welpenschutz: Toleranter Umgang von älteren Hunden mit Welpen und Junghunden. 

Widerrist: Bezeichnet den Übergangsbereich vom Hals zum Rücken, an dem auch die Höhe (Größe) eines Hundes gemessen wird.

Wolfskralle: Siehe Afterkralle.

X/Y/Z

Hunde-ABC
Im Hundiversum gibt es einiges an Fachvokabular. Foto: © Shutterstock