In Stein gemeiselt

Bei Ausgrabungen in Basel machten Archäologen kürzlich einen eher ungewöhnlichen Fund: Sie legten einen frühmittelalterlichen Hundehaufen frei.

Dieser stammt aus dem 11. oder 12. Jahrhundert. Aufgrund der Mineralisierung wirkt er regelrecht versteinert. 

Versteinerter Hundekot aus Basel
Was aussieht wie ein Stein, ist tatsächlich ein mittelalterlicher Hundehaufen. Foto: @ Facebook Ärchäologische Bodenforschung Basel-Stadt, Adrian Jost

Im Zentrum Basels, dem sogenannten Spiegelhof, wird aktuell an der Ausgrabung eines frühmittelalterlichen Handwerksviertels gearbeitet. Forscher legen dabei Entwässerungskanäle, Gebäude-Fundamente oder auch mal die Überreste von Speisen der Handwerker des 11. und 12. Jahrhunderts frei und lassen ein Stück Vergangenheit wieder aufleben. Dabei wurden auch Klumpen gefunden, die äußerlich stark an Steine oder kleine Felsbrocken erinnern. Eine nähere Untersuchung der vermeintlichen Steine machte dann aber klar: Bloßes Gestein ist das nicht. Darin befindliche Knochenreste und Überbleibsel kleiner Zähne legten nahe, dass es sich um mittlerweile versteinerten (bzw. durch die Mineralisierung verhärteten) Kot handelt. Dieser verlor mit dem Alter aber seinen Ekel-Aspekt – schließlich ist er mittlerweile geruchslos. Das Besondere an diesem Fund: Er stellt die bislang größte in der Schweiz gefundene Koprolithenanhäufung – wie die fossilen Exkremente genannt werden – dar.