HundetrainerInDer Begriff HundetrainerIn ist nicht geschützt, somit kann jeder der möchte von heute auf morgen HundetrainerIn werden. In der Hundeszene scheiden sich die Geister bezüglich Hundeerziehung: Dabei geht es oft nicht um Fakten, sondern um ideologische Glaubensrichtungen.

Verschiedene Studien zeigen, dass ein auf Belohnung basierter Umgang mit dem Hund effizienter und zielführender ist, als ein auf Strafen basiertes Training. Freundliche, bestätigende Interaktionen (Spielen, Streicheln…) haben eine stressdämpfende Wirkung. Strafende, harsche Interaktionen (d.h. Hinzufügen von etwas Unangenehmen wie körperliches Zurechtweisen, Anschreien etc.) führen genau zum Gegenteil – einem Anstieg der Stresshormone. Belohnung steht im Zusammenhang mit weniger Angst und Aggression, chronischer Stress, zum Beispiel durch harschen Umgang, fördert Angst und Aggression. Lernen unter starkem Stress erschwert die Konzentration und kann das Gedächtnis beeinträchtigen, Inhalte gehen schnell verloren. Lernen unter Druck erfordert immer mehr Druck. Laut Studien hatten Hunde, die nur mit Belohnung trainiert wurden, den besten Gehorsam und waren am wenigsten überdreht. Den schlechtesten Gehorsam hatten Hunde, die nur mit Strafe erzogen worden sind.

Da die Nebenwirkungen von Strafe nicht abschätzbar sind, ist von einer strafbasierten Erziehung abzuraten. Vertrauens- und Beziehungsaufbau sollten stattdessen im Vordergrund stehen! Leider wird vor allem bei Hunden mit Angst- und Aggressionsthemen nach der vermeintlich schnellen Lösung gesucht. Im ersten Eindruck wirken Methoden wie Reizüberflutung und körperlicher Zwang als effiziente Lösung. Die Nebenwirkungen dieser schnellen Methoden, wie Symptomverschiebung, gesundheitliche Folgen und emotional verkrüppelte Hunde, dürfen dann die Jahre darauf ausgebadet werden. Wenn ich glaube, meinen Hund mit körperlichen Maßnahmen erziehen zu müssen (weil ja Hunde untereinander dies auch so tun), muss ich auch damit rechnen, dass mein Hund mit körperlichen Maßnahmen antwortet. Da Hunde eher mit den Zähnen, als mit den Pfoten reagieren, ist zu erahnen, wo dies hinführen kann.

Wichtig in der Hundeerziehung sind positive, soziale Interaktionen, durch die das stressreduzierende Bindungshormon Oxytocin ausgeschüttet wird. Dem Hund Schutz und Sicherheit bieten und eine verlässliche Bezugsperson sein. Ausweich- und Kontrollmöglichkeiten bieten und den Hund vor allem nicht in den Konflikt führen. Erwünschtes Verhalten bestätigen und unerwünschtes Verhalten bereits im Ansatz umlenken, indem es durch eine Ersatzhandlung in ein erwünschtes Verhalten geführt wird. All dies fördert den Vertrauensaufbau und eine gute Beziehung zwischen Mensch und Hund. Es ist schon lange bekannt, dass Lernen mit Freude effizienter ist. Das geht uns Menschen ja genauso! Übungen, die Spaß machen, werden gerne wiederholt und verlässlicher ausgeführt.

Für Hundehalter ist es oft schwierig den Überblick über die vielen Hundetrainingsangebote zu bewahren. Es ist am besten seinem Bauchgefühl zu folgen: Fühle ich mich selber wohl bei diesem/r HundetrainerIn? Geht es meinem Hund gut? Fördert dieser Umgang unsere Beziehung? Würde ich selber so behandelt werden wollen? Würde ich so Freude haben und gut und gerne lernen? Wenn auch nur eine Frage mit Nein beantwortet wird sollte das Training überdacht werden!

Daran erkenne ich kompetente HundetrainerInnen von Sunny Benett
Infobox: Daran erkenne ich kompetente HundetrainerInnen von Sunny Benett – www.dogsinthecity.at

Am 20. und 21. August 2016 findet ein Seminar zu dem Thema „Tierschutzkonformes Hundetraining“ statt:

Das Seminar bietet einen Überblick über verschiedene Trainingsmethoden und Ansätze. Im Mittelpunkt des Seminars stehen das Wohlbefinden des Hundes und eine vertrauensvolle Mensch-Hund-Beziehung. Anhand von praktischen Übungen mit Mensch-Hund-Teams werden belohnungsbasierte Trainingsansätze dargestellt.

Mag. Iris Schöberl

Verhaltensbiologin

Hundeverhaltensberaterin

Dipl. Lebens- und Sozialberaterin

Präsidentin der VÖHT und Beirat im RRCÖ

www.der-hund-und-du.com

info@der-hund-und-du.com

Informationen zu dem Seminar finden Sie hier: http://www.der-hund-und-du.com/content/seminare