Labrador Retriever - ÜbergewichtDa sind Zwei- und Vierbeiner gleich: Grundsätzlich ist ein bisschen Fett mehr auf den Rippen nicht tragisch, zu viel Übergewicht aber ungesund.

Es kann schon mal passieren, dass Frauchen, Herrchen und auch Bello nach den Feiertagen etwas mehr auf die Waage bringen. Was nicht schlimm ist, vor allem, wenn sich das Gewicht nach kurzer Zeit wieder normalisiert. Fettleibigkeit, auch Adipositas genannt, ist allerdings auch bei Tieren eine ernst zu nehmende Erkrankung, warnt die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN. Ihr negativer Einfluss auf die Gesundheit des Tieres vermindert dessen Lebensqualität und –dauer.

„Wenn sich die Taille des Tieres kaum noch vom Umfang des Brustkorbes unterscheidet oder die Rippen nur noch schwer fühlbar sind, sollten die Tierhalter aktiv werden“, so Kampagnenleiterin Martina Pluda. Jedes Gramm zu viel belastet die Gelenke und das Herz-Kreislaufsystem und macht Hunde und Katze unbeweglich und träge. Sollte bereits ein auffälliges Übergewicht vorliegen, ist es ohnehin unerlässlich, den Tierarzt aufzusuchen und gemeinsam mit ihm einen Diätplan zu erstellen.

Rund 50 Prozent übergewichtig

Was uns vielleicht ohnehin im Alltag auffällt, bestätigt sich auch auf wissenschaftlicher Basis: Studien schätzen, dass rund 50 Prozent der in westlichen Ländern gehaltenen Heimtiere übergewichtig sind – Tendenz steigend. Und wie bei uns Menschen sind die Gründe für Fettleibigkeit fast immer ein Zuviel an energiereicher Nahrung und/oder Bewegungsmangel.

Zu große Mengen

„Vor allem die Portionen beim Trockenfutter sind oft schlicht zu groß“, sagt Pluda. Und energiereiches Nassfutter wurde prinzipiell für Tiere mit einem erhöhten Kalorienverbrauch entwickelt, wie etwa Jagdhunde, säugende Hündinnen und Katzen. Wird es Tieren mit einem eher geringen Kalorienverbrauch verabreicht, wird sich das über kurz oder lang im Gewicht bemerkbar machen.“

Vom Bewegungsmangel besonders betroffen sind ältere Tiere oder Tiere mit Behinderungen, die eine hohe Aktivität verhindern. Aber auch die Trägheit der Halter kann ein echtes Problem sein. Martina Pluda: „Wenn sich jemand nur schwer für ausgedehnte Spaziergänge motivieren kann, sollte er/sie auf keinen Fall einen Hund anschaffen, der viel Bewegung braucht.“ Allerdings gibt es auch Tiere, die aufgrund ihrer Rasse, ihrer Kastration und ihres Alters zu Übergewicht neigen.

Wertvolle Tipps:

  • Der Tierarzt soll unbedingt mit einbezogen werden. Er kann über eine auf das Tier abgestimmte Diät beraten.
  • Bei ernährungsbedingtem Übergewicht kann durch eine gezielt reduzierte Tagesration viel erreicht werden. Im Fachhandel ist zudem kalorienreduziertes Futter erhältlich.
  • Außerdem sollten die Mahlzeiten möglichst wenig Fett enthalten.
  • Auch Leckerlis sollten nicht übertrieben oft verabreicht werden. Sie müssen unbedingt im Diätplan berücksichtigt werden.
  • Das Tier sollte nichts mehr vom Tisch bekommen.
  • Achtung bei der Diät der Katze: Bitte lassen Sie sich auf jeden Fall vom Tierarzt beraten, man kann mit einer Diät leichter als beim Hund Schaden anrichten.

Parallel zur Diät ist Sport für das Tier unabdingbar, allerdings ist es wie beim Menschen: Man sollte vorsichtig beginnen:

  • Dehnen Sie Ihre Spaziergänge aus.
  • Nehmen Sie Ihren Hund zum Joggen oder Nordic Walking mit.
  • Spielen und toben sie viel mit ihm.
  • Gehen Sie mit ihm schwimmen. Vor allem, wenn das Tier schon Gelenkprobleme hat, ist Schwimmen eine entlastende Bewegungsmöglichkeit.
  • Lassen Sie Ihre Katze nach verschiedenen Ködern jagen, die Sie an einer Angel befestigt haben. Generell tragen mehr Spiel-Möglichkeiten tragen zur angenehmen Gewichtsabnahme bei einer Katze bei.

Bleibt die Frage: Und wenn Tiere an Leckerlis als Belohnung im Rahmen einer positiven Konditionierung gewöhnt sind? VIER PFOTEN Kampagnenleiterin Pluda empfiehlt: „Verabreichen Sie nur Leckerlis in winzigen Größen. Und belohnen Sie Ihr Tier am besten mit vermehrten Spieleinheiten oder langen Spaziergängen. Damit machen Sie ihm nicht nur die größte Freude, sondern sorgen auch dafür, dass es gesünder und damit länger lebt.“