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Nach Aufhebung des Tötungsgesetzes wurden allein in Bukarest 8.000 Streuner von der Stadt illegal getötet. Foto: ASPA: © VIER PFOTEN International

Die Behauptung, das rumänische Kind Ionut Anghel sei im September 2013 von Streunern getötet worden, hatte kurz darauf die Regierung in Rumänien zu systematischen Massentötungen von Straßenhunden veranlasst – doch die Behauptung war falsch, wie die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN nun aufdeckte.

Im September 2013 fand das Unglück seinen Anfang. Ein vierjähriger rumänischer Junge war in Bukarest von Hunden tödlich verletzt worden – von Streunerhunden, wie rumänische Medien berichteten, worauf das Parlament ein Gesetz verabschiedete, das die Massentötungen von Streunern erlaubt. VIER PFOTEN deckte nun auf. Die Tierschutzorganisation ist im Besitz eines Berichts mit dem Titel „Anklageschrift” von der dem rumänischen obersten Gericht, dem Kassationshof und dem Justizministerium angeschlossenen Staatsanwaltschaft. Laut diesem ist das Kind nicht von Streunerhunden getötet worden, sondern von sieben Wachhunden, die der Firma S.C. TEI REZIDENTIAL S.R.L. BUCARESTI gehörten.

„Es ist unglaublich, wie die  Gesellschaft durch Emotionen getäuscht und manipuliert wurde”, betont Gabriel Paun, Kampagnendirektor bei VIER PFOTEN. „Das arme Kind wurde gar nicht von Streunerhunden getötet, aber zehntausende Streunerhunde mussten mit dem Tod bezahlen, um eine unfähige Regierung, die die Situation nicht im Griff hat, von der Schuld reinzuwaschen“.

Zwar hatte VIER PFOTEN rechtliche Schritte gegen das Tötungsgesetz eingeleitet, worauf am 20. Juni 2014 die Anwendungsnormen aufgehoben worden waren. „Tötungen sind jetzt illegal, finden aber weiterhin statt“, so Franziska Hettmannsperger von VIER PFOTEN. Laut Angaben von Răzvan Băncescu, dem Vorsitzenden der Bukarester Tierschutz-Aufsichtsbehörde ASPA, seien allein in Bukarest bisher 16.000 Streunerhunde von der Stadt getötet worden, die Hälfte dieser 16.000 nach Aufhebung des Tötungsgesetzes, also illegal.

„Wir appellieren noch einmal an die rumänische Regierung, mit uns und allen relevanten Interessensvertretern zu kooperieren und das Tötungsgesetz durch eine Dringlichkeitsverordnung abzuschaffen, die für sichere Straßen ohne Tötungen sorgt“, so Paun.  Eine aktivere Zusammenarbeit mit der Regierung wünscht sich VIER PFOTEN, um gemeinsam Aufklärungsarbeit leisten zu können und so der dramatischen Zustände, die auch in den desolaten Tierheimen herrscht, Herr zu werden. „Wir bieten das der Regierung immer wieder an, bisher ist man aber nicht auf uns zugekommen“, so Hettmannsperger.