Nasenspiele sind für unsere Vierbeiner etwas ganz Tolles, fordern sie, machen müde und zufrieden – und sind vor allem eines: immer wieder ein richtiges Abenteuer. Was sich Frauchen und Herrchen dafür so alles einfallen lassen können, dazu gibt eine erfahrene Hundetrainerin Tipps.

Was die Nase eines Hundes so alles leisten kann, ich einfach unglaublich. Ein geübter Vierbeiner kann zum Beispiel zwei bestimmte Sandkörner auf einem 500 Meter langen, 50 Meter breiten und 50 Zentimeter tiefen Sandstrand finden. Ein Naturtalent in Sachen Riechen ist aber jeder Hund. Umso mehr Spaß macht es ihm, wenn Frauchen oder Herrchen ihm immer wieder die Möglichkeit geben, sich nasenmäßig so richtig austoben zu können. Hundetrainerin Bettina Hauser verrät im Interview, worauf es dabei ankommt.

Hund Nase
Mit seiner Nase arbeiten zu können, ist für den Hund eine der natürlichsten Beschäftigungen. Foto: pixabay

HZ: Wie wichtig ist Nasenarbeit für den Hund?

Bettina Hauser: Nasenarbeit ist für mich die sinnvollste, artgerechteste aber auch die natürlichste Beschäftigung für den Hund. Geistige Auslastung (nicht nur körperliche!) ist für ihn ganz besonders wichtig, macht sehr müde und dreht vor allem nicht hoch.

HZ: Welche Nasenspiele gibt es?

Hauser: Es gibt die Suche nach Futter, nach Gegenständen oder nach Personen. Ich mache mit meinen Hunden und denen, die bei mir im Training sind, dann auch gerne die „Verlorensuche“ – die kann mitunter ganz praktisch sein, weil ich meinen Hund dann zum Beispiel auch auf den Geruch (und damit das Finden) meiner Autoschlüssel trainieren kann.

Generell kann man auch gut auf Geruchsunterscheidung trainieren, dazu zählt zum Beispiel die Schwammerlsuche. Ich kann meinem Hund beibringen, dass er mit mir Eierschwammerl suchen geht und diese im Wald dann auch anzeigt.

Natürlich gibt es dann auch noch die Fährtensuche. Hier lege ich eine Fährte und der Hund muss dieser nachgehen.

HZ: Macht Nasenarbeit jedem Hund Spaß bzw. wie kann man dem Hund beibringen, Freude an Nasenspielen zu haben?

Hauser: Auf jeden Fall. Lernen können das alle Hunde. Frauchen und Herrchen sollten sich in erster Linie überlegen, was ihr Vierbeiner am liebsten hat (zB. Futter, ein bestimmtes Spielzeug oder auch den Besitzer).

Danach geht es ans Verstecken. Ganz wichtig: Zu Beginn sollte man den Hund dabei zuschauen lassen und das zu suchende Stück nur wenige Meter entfernt platzieren. Wenn man nämlich klein anfängt, sodass der Hund die Suche schaffen kann – wenn er also ein Erfolgserlebnis hat – dann wird ihm die Nasenarbeit immer Spaß machen.

Hund beim Schnüffeln- Nasenarbeit
Nasenarbeit macht Hunden großen Spaß und sorgt für natürliche, geistige Auslastung. Foto: pixabay

HZ: Welche Nasenspiele kann ich einfach mit meinem Hund zuhause machen?

Hauser: Da gibt es so einiges, Frauchen und Herrchen können da ihrer Kreativität freien Lauf lassen 🙂 Beispiele wären:

  • Leckerlis in der Wiese verstreuen
  • Leckerlis auf einem bunt gemusterten Teppich in der Wohnung verstreuen
  • Stofffetzen in eine Schachtel geben und dazwischen Leckerlis oder auch ein Spielzeug verstecken
  • Einen Futterbeutel oder das Lieblingsspielzeug im Haus oder irgendwo im Garten verstecken

HZ: Wie oft sollte ich mit meinem Hund Nasenspiele oder Nasenarbeit machen und wie lange jeweils? (ab wann wir es für meinen Hund zu anstrengend?)

Hauser: Das kommt unter anderem auch auf die Erfahrung des Hundes an, also wie geübt er schon ist. Auf jeden Fall sollte es nicht zu lange sein – manchmal reichen schon ein paar Minuten. Dafür kann man aber ruhig öfter am Tag spielen, mit ruhigen Pausen dazwischen.