Büro VIER PFOTEN Austria, Vienna: Hunde am Arbeitsplatz Yogi und Bubu.
Sie wissen sich am Arbeitsplatz zu benehmen: Bubu (links) and Yogi. Foto: VIER PFOTEN

Hunde sind nicht nur gut fürs Arbeitsklima, sondern auch für die Produktivität.

27 Prozent der österreichischen Arbeitnehmerinnen und –nehmer wünschen sich, ihren Hund ins Büro mitnehmen zu können. Das ergab vor kurzem eine Umfrage von Kununu. Das wäre sogar oft von Vorteil, denn Hunde können sich sehr positiv aufs Arbeitsklima und die Produktivität auswirken. Allerdings müssen dabei einige Voraussetzungen berücksichtigt werden. Grundsätzlich gelte: Gegenseitige Rücksichtnahme ist das oberste Gebot, schreibt die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN in einer Aussendung.

Laut der Banfield Tierklinik in Portland, USA, steigen mit der Präsenz der Tiere die Arbeitsmoral und die Effektivität der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, gleichzeitig sinkt das allgemeine Stresslevel. Einige Regeln müssen jedoch beachtet werden. Zunächst einmal ist kein Arbeitgeber dazu verpflichtet, Hunde am Arbeitsplatz zu erlauben. Wer seinen Hund mitbringen möchte, sollte also vorher die Erlaubnis von Seiten seines Arbeitgebers einholen, am besten schriftlich. Im Sinne der Kollegialität und um späteren Stresssituationen im Vorfeld entgegenzuwirken, rät VIER PFOTEN, sich das Einverständnis aber auch von den Kolleginnen und Kollegen einzuholen.

Sind zwei oder sogar mehrere Hunde im gleichen Büro, empfiehlt Martina Pluda, Kampagnenleiterin von VIER PFOTEN, den Halterinnen und Haltern, die Tiere vorab außerhalb, an einem neutralen Ort, miteinander bekanntzumachen. „Die erste Begegnung sollte draußen auf neutralem Boden mit genügend Platz stattfinden, anstatt in eventuell engen Bürogängen“, erklärt sie. „Dadurch wird Konflikten wie zu wenig Platz, Territorialität vorgebeugt.“ Sollten Hunde sich nicht gut vertragen, ist ebenfalls Rücksichtnahme und ein Minimum an Management geboten: Die Hundebesitzer müssen in diesem Fall einfach dafür sorgen, dass sich ihre Tiere möglichst nicht begegnen. Raumtrennung oder abwechselnde „Schichten“ (sollte es nur einen Büroraum geben) wären hier Lösungen.

Hundefreundlicher Arbeitsplatz

Übrigens profitiert auch der Hund bei optimalen Bedingungen von seinem Status als „tierischer Kollege“. Denn die meisten bevorzugen es, mit Herrchen oder Frauchen zusammen zu sein, statt zu Hause stundenlang alleine zu warten. Allerdings sollte man die Büro-Umgebung auch entsprechend hundefreundlich gestalten. Pluda: „Der Hund sollte seinen eigenen Platz, also einen Korb, eine Decke oder ähnliches, bekommen, auf jeden Fall an einer ruhigen Stelle. Eine laute Umgebung, wie etwa neben einem Drucker oder einem Faxgerät oder ein stark frequentierter Durchgang, bringt ihm nur Stress.“

Natürlich sollten auch am Büroplatz frisches Wasser ebenso wie regelmäßige Nahrung bereitgestellt werden. Dass der Hund auch nach draußen muss, ist ebenso zu berücksichtigen. „Da geht dann natürlich die Mittagspause schon mal drauf. Andererseits sehen wir das positiv: Mit einem Bürojob kommt für die meisten die Bewegung ohnehin zu kurz“, so Pluda. Bei besonders bewegungsfreudigen und agilen Hunden  rät sie, eine längere Gassirunde schon vor dem „Dienstantritt“ einzuplanen. Denn sonst besteht immer das Risiko, dass die Tiere sonst ihren Bewegungsdrang und Spieleifer während der Arbeitszeit austoben – und die menschlichen Kolleginnen und Kollegen somit von der Arbeit ablenken.