Labrador bei einer tierärztlichen Untersuchung - Arthrose
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Arthrosen sind häufige Lahmheitsursachen. Doch wer rechtzeitig darauf achtet, kann auch etwas dagegen tun.

Fast jeder von uns, der schon einmal einen Hund im fortgeschrittenen Alter begleiten durfte, kennt diese Diagnose: Arthrose. Doch zu glauben, dass diese meist schmerzhaften Gelenksveränderungen nur alte Hunde betreffen würden, wäre grundlegend falsch. Denn genau genommen, sind Arthrosen keine Alterserscheinungen. Schon sehr junge Hunde können betroffen sein. Dann nämlich, wenn beispielsweise Verletzungen oder angeborene Fehlstellungen eine „reibungslose“ Beweglichkeit der Gelenke erschweren.

Abnützungserscheinung

Denn auch dann kommt es bereits nach kurzer Zeit zu Abnützungserscheinungen der Gelenksknorpel. Mit fatalen Folgen: Gelenksknorpel sind glatte Schichten an den Knochenenden, die das problemlose Aneinandergleiten von zwei Knochen in Gelenken erst ermöglichen. Wird diese Schicht dünn und rissig, reagiert das darunter liegende Knochengewebe und bildet vor allem entlang der Knorpelränder Auflagerungen, die von nun an für Probleme sorgen – wie Sand im Getriebe. Zusätzlich entstehen schmerzhafte Entzündungen im Gelenk, die schützende Gelenkskapsel verdickt sich, und die Gelenksflüssigkeit verliert zunehmend ihre „schmierende“ Eigenschaft. Zur zunächst schmerzbedingten Bewegungsunlust betroffener Vierbeiner kommt nach und nach auch eine tatsächliche Bewegungseinschränkung des Gelenks dazu.

Nicht heilbar

Grundsätzlich können alle Gelenke von Arthrosen betroffen sein. Immer wiederkehrende Lahmheiten sollten deshalb genau untersucht werden. Foto: © CriDam
Grundsätzlich können alle Gelenke von Arthrosen betroffen sein. Immer wiederkehrende Lahmheiten sollten deshalb genau untersucht werden. Foto: © CriDam

Aus dieser Entstehungsgeschichte ergeben sich auch die möglichen Behandlungsansätze bei Arthrosen. Früherkennung von Gelenksproblemen scheint hier besonders wichtig. Bänderverletzungen, angeborene Fehlstellungen und andere Gelenkserkrankungen sollten möglichst rasch behandelt werden. Denn heilbar im eigentlichen Sinn ist eine Arthrose nicht. Einmal entstandene knöcherne Zubildungen im Gelenk bilden sich weder zurück noch macht der Versuch der chirurgischen Entfernung wirklich Sinn. Alle weiteren Therapiemaßnahmen zielen darauf ab, weitere Schäden der Gelenksknorpel weitestgehend zu vermeiden und daraus resultierende Schmerzen zu bekämpfen.

Und ganz wichtig: Gewichtsreduktion und die Vermeidung von stoßartigen Belastungen (Springen, Haken schlagen etc.) tragen viel zur Lebensqualität, auch mit Arthrose, bei.

INFO

Anders als viele glauben, können Arthrosen auch bei jungen Hunden auftreten. Da eine Heilung nicht möglich ist, entscheiden frühzeitige Erkennung der Ursache und nachfolgende entsprechende Präventivmaßnahmen über die verbleibende Lebensqualität.