Seit dem Tod eines vierjährigen Jungen vor rund einer Woche tobt in Rumänien eine Diskussion um das Schicksal der rumänischen Straßenhunde. Heute entschied das rumänische Parlament ein Gesetz, dass der Massentötung der Straßenhunde Tür und Tor öffnet.

Tierheim - HundezwingerVor knapp einer Woche erschütterte der tragische Tod eines vierjährigen Jungen, der in einem rumänischen Park von Hunden angegriffen und getötet worden war die Rumänen. Obwohl es unterschiedliche Angaben gibt, geht man davon aus, dass die Attacke von Straßenhunden durchgeführt wurde.

Schon seit Jahren kämpfen die Rumänen mit den streunenden Vierbeinern. Wie viele herrenlose Hunde es in Bukarest genau gibt, ist unklar. Die städtischen Behörden gehen von etwa 65.000 Straßenhunden aus, die Tierschutzorganisation Vier Pfoten von 40.000. Der tragische Tod des kleinen Jungen war nun für die rumänischen Behörden ein willkommener Anlass, um mit drastischen Mitteln gegen die Problematik der Streunerhunde vorzugehen.

Im rumänischen Parlament wurde heute mit überwiegender Mehrzahl der Stimmen (266 Pro-, 23 Gegenstimmen, 20 Enthaltungen) ein neues Gesetz verabschiedet, dass die Tötung von Streunerhunden erlaubt, nachdem sie 14 Tage im Tierheim gewesen sind. Das Gesetz gibt den Bürgermeistern außerdem die Möglichkeit, die Tötung von Streunern anzuordnen, wenn sie nicht ausreichend Ressourcen haben, um Tierheime zu bauen oder sie mit Futter und Medikamenten zu versorgen.

Bislang durften streunende Hunde nur getötet werden, wenn sie krank waren. Der Beschluss widerspricht einem Urteil des Verfassungsgerichts von 2012, wonach Straßenhunde geschützt werden müssen.

Tierschützer sind erschüttert. „Das schlimmste Szenario ist eingetreten. Es ist unrealistisch anzunehmen, dass ein Hund innerhalb von 14 Tagen neue Besitzer findet. Darüber hinaus gibt es nicht ausreichend Tierheime, Futter und medizinische Versorgung für die Hunde. Das Gesetz bedeutet demnach das Todesurteil für hunderttausende Streunerhunde in Rumänien“, so Gabriel Paun, internationaler Kampagnendirektor der Tierschutzorganisation 4 Pfoten.