Rasseporträt: Die Französische Bulldogge

Sie ist ein toller Familienhund. Mit einer guten Portion eigenem Willen. Aber Proportionen, die die Französische Bulldogge zu keinem guten Schwimmer machen.

Die Französische Bulldogge
Die Französische Bulldogge mit ihren typischen Fledermausohren. Foto: pixabay

Wie schaut die Französische Bulldogge denn aus?

  • Die kleine Bulldogge ist muskulös, beweglich und drahtig.
  • Ihr ganz besonderes Merkmal sind die Fledermausohren.
  • Außerdem zeichnen den rund 8 bis 14 Kilogramm schweren Hund eine kurze Rute, ein kurzer Fang und ein breiter, eckiger Kopf aus.
  • Das Haarkleid? Das ist fein, kurz und glänzend. Nach dem FCI-Standard sind die Farben fauve (falbfarben), gestromt(eine Mischung von schwarzen, blonden, mittel- bis dunkelbraunen und rötlichen Haaren) und gescheckt Weiße Hunde werden der Farbe „gestromtes Fauve mit überhandnehmender weißer Scheckung“ zugeordnet. Bei gestromten Bullys sind weiße Abzeichen übrigens erlaubt. Als „Fehlfarben“ gelten black and tan, mausgrau und braun.
  • Die Französische Bulldogge zählt zu den sogenannten brachycephalen Rassen (Brachycephalensyndrom = Behinderung der Atmung, vor allem durch die Kurzköpfigkeit) und ist – in individuell unterschiedlichem Maß – von damit verbundenen gesundheitlichen Problemen betroffen.
  • Die Französische Bulldogge ist eine von der FCI anerkannte französische Hunderasse (FCI-Gruppe 9, Sektion 11, Standard Nr. 101).

Achtung im Sommer:

  1. Durch ihr kurzes Fell hält sie übrigens extreme Temperaturen nur schwer aus.
  2. Und: Der Bully ist kein guter Schwimmer. Man sagt sogar, er geht im Wasser unter wie ein Stein. Schuld daran sind der schwere Kopf und die kurzen Beine, mit denen er nur schwer paddeln kann.

 

Wie die Französische Bulldogge so ist?

  • Die Französische Bulldogge hat ein sehr fröhliches und auch unerschütterliches  Wesen und lässt sich nicht so einfach aus der Ruhe bringen.
  • Als „Pausenclown“ unterhält sie mitunter die ganze Familie.
  • Sie ist sehr mutig, aber nicht aggressiv und wenn es darauf ankommt, verteidigt die Französische Bulldogge ihre Familie und beschützt sie vehement.

 

Wo kommt die Französische Bulldogge her?

  • Die Französische Bulldogge wird von der „Englischen Bulldoggealten Typs“ hergeleitet, die vor allem für Hundekämpfen verwendet wurde. Nachdem Hundekämpfe verboten wurden, änderte sich auch das Zuchtziel. Statt rauflustigen Hunden waren nun kleinere, friedlichere Hunde gefragt. Bei der Zucht entstand so der sogenannte Toy-Bulldog, der auch im Ausland Anhänger fand, besonders in Belgien und Frankreich. In Frankreich nutzten Jäger diesen Typ auch als Jagdhund, indem sie ihn mit Terriern Diese wurden auch als Meutehunde geführt, wogen etwa 20 Pfund und waren meist gestromt.
  • In East Londonund in Nottingham nahmen sich die Weber und Spitzenklöppler der Zucht der kleinen Bulldoggen an, die 1836 erstmals auf einer Hundeausstellung vorgestellt wurden. Als kurz vor der Jahrhundertwende in der Normandie große Spitzenfabriken entstanden, wanderten die Klöppler, vor allem aus Nottingham, nach Frankreich aus und ließen sich in der Gegend von Calais Sie brachten die kleinen Bulldoggen mit, die um die zehn Kilogramm wogen, und setzten deren ungeregelte Zucht in der neuen Heimat fort – teils aus Liebhaberei, teils zur Aufstockung ihres Einkommens. Einkreuzungen von Terriern und Möpsen werden vermutet. Es steht fest, dass Stehohren erst in Frankreich zum Rassemerkmal gezüchtet wurden.
  • Etwa um 1900 kam die Hunderasse nach England zurück, stieß aber dort zuerst wegen der aufrechtstehenden Ohren auf den Spott der Bevölkerung.
  • Der erste Verein für die Zucht dieses damals noch „Terrier-Boules“ genannten Hundes wurde 1880 gegründet, 1885 das erste Zuchtbuch eröffnet und 1888 der erste Standard festgelegt. Die Ohrenform war noch nicht ganz einheitlich. Als Stammvater des heutigen Typs gilt der Rüde „Loupi“. Er wurde etwa 15 Jahre alt und erscheint in fast allen Stammbäumen.
  • Lange Zeit war die Rasse eine Rasse der Unterschicht. Das änderte sich erst, als der englische König Eduard VII.einen weißen Hund mit „Fledermaußohren“, Knickrute und etwas krummen Vorderläufen kaufte.
  • 1888 fand die französische Bulldogge auch ihren Weg in die USAund wurde dort schnell beliebt. 1896 wurde in New York der erste Club gegründet. Gerade Hunde mit Fledermausohren wurden in der ersten Zeit sehr hoch gehandelt; nach der Jahrhundertwende wurden für solche Exemplare bis zu 5000 US-Dollar Bald darauf flachte der Boom allerdings wieder ab.
  • Der heutige Standard datiert von 1931/32; 1948 und 1986 wurde er überarbeitet. 1987 erfolgte die Anerkennung durch den FCI. 1994 wurde der Standard durch das „Comité du Club du Bouledogue Français“unter Mitarbeit von R. Triquet neu angepasst.

 

Aus dem Leben 🙂

Karin und ihre beiden Französischen Bulldoggen.
Karin und ihre beiden Französischen Bulldoggen Rosi und Carlos.

Manchmal kommt es einfach anders, als man denkt. Auch bei Karin, die eigentlich immer ein Fan von großen Hunden war – bis schließlich der kleine Carlos bei ihr landete….

Wir haben Frauchen Karin ein paar Fragen zu ihren – mittlerweile zwei – Bullys gestellt, um auch eine ganz persönliche Sichtweise auf die Hunderasse zu bekommen.

 

  1. Wie bist du auf diese Rasse gekommen?  

Ich habe den kleinen Carlos von meiner Tochter als „Scheidungskind“ mit etwa eineinhalb Jahren übernommen.

  1. Warum wolltest du genau diese Rasse haben? 

Ich wollte gar keinen kleinen Hund – ich bin eigentlich Golden Retriever-Fan und hatte auch die letzten Jahre immer diese Rasse. Aber seit ich diesen kleinen Racker habe, kann ich mir keinen anderen Hund vorstellen.

  1. Mit welchen rassetypischen Eigenheiten bist du konfrontiert bzw. warst du auf diese eingestellt? 

Die Französische Bulldogge ist sehr intelligent, gelehrig, neugierig  und bellt so gut wie nie – außer beim Spielen. Da sind sie dann richtige Clowns und unterhalten einen sehr gut. Außerdem ist es der beste Bürohund überhaupt – deshalb haben wir vor kurzem einen zweiten dazugenommen…..Rosi ist bei uns eingezogen 🙂

Hm, und was sind sie noch alles? Anhänglich, verschmust, Couchpotatoes, sehr sozial, … – wenn ich hier weiter aufzähle, sitzen wir morgen noch da 🙂

  1. Würdest du diese Rasse wieder nehmen? 

Nur mehr diese Rasse.

Es gibt aber natürlich schon etwas zu Bedenken: Da es aber sehr viele Züchter gibt, die unseriös mit dieser Rasse schnelles Geld machen wollen (die französische Bulldogge ist derzeit halt leider Modehund) muss man wirklich lange suchen, um einen halbwegs gesunden Hund zu bekommen.

Also entweder nimmt man auf gut Glück einen Bully aus einer Auffangstation. Da kann man Glück haben oder man investiert zumindest, anstatt in den Züchter, in die Gesundheit des Hundes. Diese Variante ist natürlich sehr gut und sozial.

Oder man macht es wie ich: da ich leider schon einen sehr kranken Bully habe (teuer bei einem Züchter in Oberwart gekauft) habe ich mich (weil ich natürlich ein bisserl Angst hatte,  wieder einen kranken Hund zu bekommen) lange nach einem seriösen Züchter gesucht und hoffe, die richtige Entscheidung getroffen zu haben.

Mein Tipp: zum Züchter fahren und das Umfeld und die Elterntiere anschauen!
Man muss den guten Züchtern eine Chance geben – ist ein Näschen vorhanden, sind Beine und Körperhaltung nicht zu gekrümmt etc. Diese Rasse wäre so robust, wenn man den Diskontzüchtern mal ein Ende setzen würde.