Zecke auf der Hand
Zecken treiben ihr Unwesen auch, wenn’s heiß ist. Foto: ©pixabay

Auch wenn man’s vielleicht nicht vermutet: Auch im Sommer lauert die eine oder andere Zecke in der Wiese. Also Vorsicht in den Sommermonaten, wenn’s mit Hund durch Wald und Wiese geht.

Sie sind zwar weniger aktiv, jedoch sind wir Zwei- und Vierbeiner gerade in den Sommermonaten umso mehr im Freien. So ist die Chance, den ein oder anderen ungebetenen Gast mit nach Hause zu bringen, dennoch gegeben.

Um eine Krankheit zu übertragen, muss eine Zecke allerdings einen bestimmten Erreger in sich tragen und auch lange genug am Hund saugen, wobei unterschiedliche Erreger zu unterschiedlichen Zeiten übertragen werden. In Mitteleuropa sind Hunde vier verschiedenen Infektionskrankheiten auf Grund von Zeckenstichen ausgesetzt, der Babesiose, Anaplasmose, Borreliose und FSME. Bei den Borrelien etwa „muss sich die Oberfläche der Bakterien erst verändern, damit sie übertragen werden können, das dauert circa 16 Stunden“, erklärt Georg Duscher, Stellvertretender Leiter des Instituts für Parasitologie an der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Nur FSME wird sofort übertragen, ist für den Hund jedoch selten gefährlich. „Wenn man den Hund nach Zecken absucht, hat man also noch Zeit, diese runterzuholen“, so Duscher. Besser sei es jedoch, Prophylaxe zu geben.

Saisonstart

Schwer vorherzusagen sei jedes Jahr, wann die Zeckensaison tatsächlich beginnt. „Man kann nur kurzfristige Prognosen abgeben, wann die Zecken wieder aktiv werden“, sagt Duscher. Ein strenger Winter reiche oft nicht aus, um die Zecken verschwinden zu lassen. „Gerade die Auwaldzecke hält viel aus und ist auch bei sehr kalten Temperaturen schon unterwegs“, so der Experte. Wann die Zecke wieder aktiv wird ist aber auch abhängig von mikroklimatischen Gegebenheiten, von der Wirtsverfügbarkeit und der Feuchtigkeit.

„Sonneneinstrahlung wirkt sich negativ aus, die Zecken müssen dann immer wieder in den Boden zurück“, weiß Duscher. Vorsicht vor den Blutsaugern ist unter anderem am Waldrand geboten, auch in hohem Gras,  in der Vegetation bis zu einem Meter Höhe. Sie sind auch dort nicht weit, wo Kleinnager vorkommen, da ihnen diese als Wirt für das Larvenstadium dienen, und wo Wildwechsel ist. Mittlerweile findet man sie auch in höheren Lagen vor. „Selbst bei Bergtouren kommt man heutzutage schon mit Zecken in Kontakt. Vermutlich, weil das Rehwild als Hauptwirt für viele erwachsene Stadien von Zecken, weiter rauf geht“, so Duscher. Also gilt: egal wo sie sich heuer mit ihrem Vierbeiner vorwiegend aufhalten – eine durchgehende Zeckenprophylaxe ist Pflicht und der wohl verlässlichste Schutz vor möglichen Erkrankungen.

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